• Susanne Ditzler-Imbach

Sheila, der Versuch ein Mensch zu sein Episode 1 - Ankunft auf der Erde



Ungläubig starrt der Passant auf der Strasse in den mitternächtlichen Himmel. Noch nie erschienen ihm die Sterne klarer. In der Luft liegt ein eigenartiges Leuchten und in seinem Brustkorb breitet sich ein unglaubliches Glücksgefühl aus, als würde gleich etwas Wunderbares geschehen. Es ist Juli, irgendwann im 20. Jahrhundert. Einer der Nächte, die nach einem langen Hitzetag kaum Abkühlung zu bringen vermögen. Und dennoch, die Luft ist so rein, so frisch, das Atmen so leicht, wie nach einem Versprechen, dass nun endlich alles gut werden würde. Kopfschüttelnd geht der Passant weiter. «Was ist denn mit mir los?»

Im Spital, gleich nebenan, ist derweil im Bereich der Geburtsabteilung Hochbetrieb. Schon den ganzen Tag erblicken wunderbare kleine Wesen das Licht der Welt. Einige Seelen verschaffen sich unter hochdramatischen Umständen Eintritt auf diese Erde, andere begeben sich reibungslos, nahezu ungesehen auf diese Reise. Das Personal hat alle Hände voll zu tun und ist sich der äusserst wichtigen Mission dieser Arbeit wenig bewusst. Alltag eben. Jeder Tag bringt neue Erdenbürger und jeder Tag lässt andere wieder los. Das Leben.

Gegen Mitternacht endlich scheint es etwas ruhiger zu werden. Schon seit einer geraumen Zeit keine Neuankömmlinge mehr. Einzig eine ausländisch wirkende dunkelhaarige Frau liegt in den Wehen. Eine nahezu erhabene Gelassenheit strahlt von ihr aus, trotz der offensichtlichen, erheblichen Schmerzen, die mit jeder Wehe einen neuen Höhepunkt erreichen. Das faszinierende Wechselspiel ihrer Mimik bleibt derweil ungesehen. Sonst würde man wohl innehalten, um den Wandel von der geburtsbedingten Schmerzverzerrung im Gesicht zu einem tiefgründenden Leuchten und unendlichem Stolz zu beobachten. Die junge Frau fühlt und weiss, dass gleich etwas Einzigartiges, Grosses geschehen wird, das weit über das gewöhnliche Geburtserlebnis gehen würde. Plötzlich, wie magnetisch angezogen beginnen sich die anwesenden Menschen in Richtung des Saals zu begeben, wo die Niederkunft des ersten Kindes der jungen Frau zeitnah zu erwarten ist. Diejenigen, die befugt sind den Saal zu betreten, treten ein, die anderen verharren vor dem Eingang, nicht wissend, warum. Dann, die Welt scheint stillzustehen. Eine Energie grosser Ehrfurcht macht sich breit. Eine unendliche Freude bemächtigt sich des Brustraums der Anwesenden. Einige schluchzen und Tränen fliessen wie kleine Wasserfälle über ihre Gesichter. Andere verharren regungslos in einem noch nie erlebten Gefühl der Glückseligkeit. Nur, warum? Es ist kurz nach Mitternacht, als still und nahezu reibungslos der neue Erdenbürger das Licht der Welt erblickt. Es ist ein Mädchen!

In dieser Nacht herrscht im Spital eine unerklärlich friedvolle Stimmung. Für den Zeitraum dieser wenigen Stunden, begegnen sich die Menschen mit Freude, Wohlwollen und Zuversicht im Herzen. Es wird alles gut, das ist gewiss! Die Ankunft einer jeden Seele berührt und erschüttert die Welt auf ihre Weise. In seltenen Fällen – die sich übrigens immer mehr häufen - ist diese Berührung jedoch so unfassbar tief, dass das Kollektiv dieser Erde (unbewusst) erfasst wird. Das ist wohl in jener schicksalsträchtigen Nacht geschehen.

Fortsetzung folgt......



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